ökologische Weinbauinformation vom 18.05.2020

Arbeitshinweise (9)

Rebentwicklung
Die Woche wird sonnig mit wenig Wolken und steigenden Temperaturen bis zum Himmelfahrtstag. Ab Freitag kündigt sich ein Wetterwechsel an und es sind Schauer und Gewitter möglich. Die Temperaturen gehen zurück. Die Prognosesicherheit zum Wochenende ist gering. Außerdem lässt sich die Niederschlagsmenge und Verteilung nicht vorhersagen.
Die Rebentwicklung zieht wieder an und in frühen Gebieten sind bei frühen Sorten bereits etwa 10 Blätter entfaltet. Dies deutet auf eine Blüte ab Ende Mai hin, etwa ab Entfaltung von 13 Blättern. In späteren Lagen bzw. Rieslinganlagen ist die Entwicklung teilweise noch zurück.

Oidium:
Beim Ausbrechen auf Zeigertriebe achten. Diese komplett aus der Anlage entfernen, da von ihnen ein hohes Sporenpotenzial ausgeht. Ansonsten war der Oidiumdruck bisher moderat, steigt aber mit den Temperaturen an. Ein längerer Behandlungsabstand aufgrund des geringen Zuwachses war in der vergangenen Woche in Ordnung. Wenn der Zuwachs nun wieder anzieht, sollte auch im Hinblick auf die kommende Blüte der Abstand wieder in Richtung 7 Tage gehen. Eine beidseitige Behandlung sollte spätestens zur beginnenden Blüte erfolgen.
Mittel: 4,2 bis 5 kg/ha Netzschwefel (auf die Zulassung des verwendeten Mittels achten!)

Peronospora:
Am 11.5. waren nur vereinzelt Primärinfektionen möglich. Aufgrund der niedrigen Temperaturen würden erste Ölflecke am Ende der Woche erscheinen. Da zu diesem Zeitpunkt Niederschläge möglich sind, sollte vorher ein Belag mit Kupfer aufgebracht werden. Je nachdem wie viel und in welchem Zeitraum Regen kommt, könnten auch wieder Primärinfektionen möglich sein. Also wenn sich eine längere Bodenfeuchte mit anschließendem Regen ankündigt, sollte eine Behandlung vorher stattfinden, auch wenn keine Ölflecke erscheinen. Die aktuellen Wettervorhersagen beachten, um rechtzeitig behandeln zu können.
Mittel: je nach Entwicklungsstadium: 150 - 200 g/ha reinCu


Beate.Fader@dlr.rlp.de      drucken nach oben  zurück